KW 1: Kabinett beschließt Frauenquote für Vorstände, Russische Frauen dürfen seit diesem Jahr U-Bahn-Zugführerinnen werden

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich wünsche Ihnen alles Liebe und Gute für das neue Jahr – vor allem Gesundheit und viel Zuversicht!

Ob sich in 2021 Konflikte auflösen werden, die 2020 deutlich geworden sind? Zumindest startet das Jahr mit dem Kabinettsbeschluss pro Frauenquote in Vorständen. Andererseits scheint es jenseits dieser elitären Positionen noch immer kaum Lösungen für berufstätige Mütter zu geben: Diese müssen nicht selten Homeoffice und Homeschooling vereinbaren oder die Arbeitszeit reduzieren.

Die langfristigen ökonomischen Folgen auf Familieneinkommen und Rentenansprüche sind derzeit noch nicht abzusehen – doch sie dürften für viele Frauen einen Einschnitt bedeuten.

Die gegenwärtige Zeit wird darüber entscheiden, ob wir in Zukunft zurückblicken und den Grund für torpedierte Karrieren finden oder Lösungen für Frauen, Familien und Karrieremodelle gefunden haben.

Ihre Alice Greschkow

Kabinett beschließt Frauenquote für Vorstände

Plötzlich ging es ganz schnell: Am Mittwoch hat die Bundesregierung das Gesetz für die Frauenquote für Vorstandsposten beschlossen. Börsennotierte Unternehmen mit Vorständen ab einer Größe von mindestens drei Personen müssen künftig mindestens eine Frau in die Führungsetage berufen. In Deutschland sind 73 Konzerne davon betroffen. Familienministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht zeigten sich zufrieden vom errungenen Kompromiss, der lange von der Union blockiert worden war. Lambrecht sieht neue Chancen für qualifizierte Frauen: „In Zukunft zählt die Qualifikation bei der Besetzung von Vorstandspositionen und nicht das Geschlecht.“
dw.com

Russische Frauen dürfen seit diesem Jahr U-Bahn-Zugführerinnen werden: In Russland wurde das Arbeitsrecht geändert, sodass Frauen viele Berufe, die ihnen bisher vorbehalten waren, ausüben dürfen. Dazu gehört unter anderem das Fahren der U-Bahn. Seit 1974 waren 456 Job rechtlich nur für Männer zugänglich, die Liste ist nun auf rund 100 Jobs abgeschmolzen. Hintergrund war der Versuch Frauen von körperlich anstrengender Arbeit zu befreien, um die Geburtenrate zu sichern. Nach der Gesetzänderung dürfen Frauen weiterhin unter anderem nicht in Hochöfen arbeiten oder Brände löschen.
spiegel.de

Beratungsstelle „Blickpunkt: Migrantinnen“ zieht positive Bilanz: In Magdeburg zieht Petra Grimm-Benne (SPD), Sozialministerin von Sachsen-Anhalt, ein zuversichtliches Resümee zur Arbeit der Beratungsstelle „Blickpunkt: Migrantinnen“. Im ersten Jahr konnten trotz der Corona-Pandemie 450 Gespräche durchgeführt werden. Die Beratungsstelle möchte Frauen mit Migrationshintergrund den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Oft haben diese durch familiäre Pflichten schlechtere Sprachkenntnisse und mehr Hindernisse beim Eintritt in den Arbeitsmarkt. „Der Ansatz, die Frauen über Sprache und die Vernetzung mit anderen Frauen in den Arbeitsmarkt zu bringen, hat sich aus unserer Sicht gelohnt“, erklärt Grimm-Benne.
sueddeutsche.de

Schweizer Justizministerin Karin Keller-Sutter will Offensive gegen Gewalt gegen Frauen: In der Schweiz sollen Frauen künftig besser vor häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch in den eigenen vier Wänden geschützt werden. Justizministerin Karin Keller-Sutter kündigt eine neue Initiative an, bei denen sie Bund und Kantone ins Boot holen will. Sie möchte eine Roadmap entwickeln, um Opfer besser zu schützen. Künftig soll zudem auch der nicht einvernehmliche Geschlechtsverkehr ohne Gewalteinwirkung strafbar sein.
nzzas.nzz.ch, tagblatt.ch

Frauen mit Kindern haben Arbeitszeit am stärksten reduziert: Wegen des Lockdowns haben viele Menschen ihre Arbeitszeit merklich reduziert – im Schnitt sind Frauen mit Kindern am stärksten betroffen – sie haben ihre Arbeitszeit von 31 auf 28 Stunden reduziert. Bei Männern mit Kindern im Haushalt sank die Arbeitszeit weniger – sie arbeiteten 39 statt 41 Stunden. Kinderlose Frauen reduzierten ihre Arbeit von 34 auf 32 Stunden. Die Zahlen ermittelte die Hans-Böckler-Stiftung. Die wissenschaftliche Direktorin Bettina Kohlrausch erklärt dazu: „Andererseits könnte ein Teil der Frauen, die ihre Arbeitszeit im Lockdown deutlich reduzieren mussten, Schwierigkeiten haben, zu ihrer alten Arbeitszeit zurückkehren zu können. Es besteht die Gefahr, dass manche Arbeitgeber sagen: Einmal reduziert, immer reduziert.”
handelsblatt.com

  • Women in Tech: „Zögert nicht und nehmt kein Blatt vor den Mund.“ entwickler.de
  • Eine Frauenquote für Vorstände alleine reicht nicht tagesspiegel.de
  • What New Science Techniques Tell Us About Ancient Women Warriors nytimes.com
  • Making African Continental Free Trade Area Work for Women in a Post-COVID-19 World ipsnews.net
  • State relying on unpaid care work by women for far too long irishtimes.com

ANZEIGE

ETL – Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe mit Tipps zum Jahreswechsel: Ein turbulentes Jahr voller Herausforderungen geht zu Ende. Und egal ob Unternehmer, Selbstständige, Arbeitnehmer oder Familien – im neuen Jahr erwarten Sie zahlreiche steuerrechtliche Änderungen. Ob Soli-Wegfall, Wiedereinführung der degressiven AfA, Regelungen zum Investitionsabzugsbetrag oder Steuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Corona-Hilfen und Home-Office: Mit den Ratschlägen der ETL umgehen Sie potenzielle Fallstricke und lernen Möglichkeiten kennen, zu einem zumindest in steuerlicher Hinsicht versöhnlichen Jahresausklang zu finden. youtube.com

Stacey Abrams ist eine US-amerikanische Politikerin, die für die demokratische Partei zwischen 2007 und 2017 Mitglied des Repräsentantenhauses von Georgia war. 2018 unterlag sie als erste afroamerikanische Kandidatin im Rennen für ein Gouverneuersamt in ihrem Heimatstaat.
Die ausgebildete Anwältin setzt sich zudem gegen den strukturellen Ausschluss von Wählerinnen und Wählern ein. Mit ihren Kampagnen für ein besseres Wahlrecht konnte sie insbesondere für Schwarze und sozial Schwache einen besseren Zugang zu Wahlen ermöglichen. Sie gilt als treibende Kraft hinter Georgias Wechsel von der republikanischen zur demokratischen Mehrheit bei der US-Präsidentschaftswahl 2020.

Foto: The Circus – YouTube, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73754255

Laut einer Civey-Umfrage haben
69 Prozent der Erwachsenen

Verständnis dafür, wenn Frauen für die Karriere die Familienplanung aufschieben.
welt.de

Christine Hohmann-Dennhardt fordert eine transparente Debatte über das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern: Die frühere Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt erklärt im Interview, dass es notwendig sei über die unterschiedliche Vergütung von Frauen und Männern zu sprechen. Nur dadurch könne sich echt Gleichberechtigung einstellen. Zwar habe es in den vergangenen Jahren viele Fortschritte bei der Bildung und Arbeitsintegration von Frauen gegeben, doch insbesondere in Krisenzeiten verfallen viele in traditionelle Rollenmuster. Die Juristin sieht einen Grund in den Gehältern – Frauen stecken wegen eines geringeren Einkommens beruflich eher zurück. Gleichzeitig müsse man hinterfragen, weshalb typische Frauenjobs schlecht bezahlt sind. Hohmann-Dennhardt glaubt, dass wenn mehr Männer in Frauenjobs gehen würden, sich auch das Lohnniveau erhöhen würde.
zeit.de

Zwei Professorinnen zeigen gute Gründe für die Frauenquote auf: Die Professorinnen Patricia Feldhoff und Astrid Szebel-Habig (TH Aschaffenburg) erklären in einem Gastbeitrag, weshalb eine Frauenquote in Vorständen nötig ist. Sie räumen mit den Vorurteilen auf, dass Frauen weniger ambitioniert seien oder es schlicht zu wenig qualifizierte Kandidatinnen für Führungspositionen gäbe. Mittlerweile gibt es in BWL, Rechts- und Sozialwissenschaften mehr Absolventinnen als Absolventen geben – in der Betriebswirtschaft sei dies bereits sei 2012 so. Studien belegen zudem, dass Frauen mit mehr Motivation ins Berufsleben starten als Männer, aber danach zurückfallen, weil sie einerseits die Verantwortung für die Kindererziehung mehrheitlich übernehmen und merken, dass sie schlechter im Berufsleben behandelt werden: Frauen werden aus Netzwerken aktiv aufgeschlossen, sie werden härter bestraft und bekommen weniger positives Feedback als Männer.
faz.net

Homeoffice hindert Frauen am Karrieremachen.“

Jutta Allmendinger, WZB-Präsidentin, fordert ein neues Elternmodell, das Frauen nicht benachteiligt.
spiegel.de

Foto: WZB/David Ausserhofer

Bayern sucht Professorinnen: Obwohl Bayern in den meisten Bildungslisten überdurchschnittlich gut dasteht, trifft dies nicht auf das Geschlechterverhältnis der Lehrenden an Universitäten zu. Mit rund 21 Prozent weiblicher Professorinnen hinkt der Freistaat hinter anderen Bundesländern zurück. Dies möchte Wissenschaftsminister Bernd Sibler ändern. Eine Quote von 30 Prozent Frauen soll in den Professuren erreicht werden.
sueddeutsche.de