KW 8: Centrum für Hochschulentwicklung fordert bessere Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft, Frauen mit älteren Partnern treten beruflich eher kürzer

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ein Jahr steckt Deutschland bereits in der Pandemie, die von wiederholten Lockdown gekennzeichnet ist. In diesem Lockdown-Zustand verliert, ist es leicht den Blick für die Zukunft und die Zuversicht, dass es ein post-pandemisches Leben geben wird, zu verlieren. Wir brauchen aber Ziele und eine Vision von der Zukunft, um glücklich und wirksam zu sein. Wir sollten bereits jetzt an die Zukunft denken, denn an diesem fern scheinenden Ort gibt es viel zu tun: Eine moderne Arbeitswelt schaffen, der Wirtschaft wieder auf die Sprünge helfen und Lebensmodelle entwickeln, in denen es nicht mehrheitlich Frauen sind, die von Burnout und emotionaler Erschöpfung im Privaten betroffen sind. Dies wäre eine Zukunft, die Lust auf Fortschritt macht – ein Gefühl, das so viele in der Corona-bedingten Zwangsstagnation schmerzlich missen.

Ihre Alice Greschkow

Frauen häufiger von psychischer Belastung in der Corona-Krise betroffen:

Eine Studie der TU Chemnitz hat untersucht welche Faktoren in der Corona-Krise zu emotionaler Erschöpfung führen und welche Gruppen davon am stärksten betroffene sind. Der Zeitverlauf der Pandemie, der Grad der eigenen Autonomie bei der Arbeit, Arbeitsplatzunsicherheit, die Wahrgenommene soziale Unterstützung am Arbeitsplatz und im Privaten, der Arbeit-Privatsphäre/Privatheit-Arbeits-Konflikt sowie die Pandemie-spezifische Selbstwirksamkeit in Bezug auf die Frage, ob man etwas Positives beiträgt, wurden als Faktoren für mögliche emotionale Erschöpfung identifiziert. Das Forschungsteam fand heraus, dass mangelnde Autonomie und fehlende Unterstützung zu Haus besonders belastend sind und dass Frauen während der Pandemie stärker betroffen sind. „Das Team schlussfolgert daraus, dass die Pandemie insbesondere für Frauen mit stärkeren psychischen Belastungen verbunden ist und dazu beitragen kann, traditionelle Geschlechterrollen zu verstärken. Sie empfehlen daher Regierungen und politische Entscheidungsträgerinnen und -trägern, bei Maßnahmen zur Milderung der psychischen Folgen der Pandemie speziell Frauen in den Blick zu nehmen“, erklärt das Forschungsteam.
tag24.de

Foto: Hernan Sanchez/Unsplash

Das Centrum für Hochschulentwicklung fordert bessere Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft: In der Corona-Krise ist die Belastung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Kindern besonders gestiegen. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) fordert ein umfängliches Konzept, um die Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaftsbetrieb zu verbessern. Dieses solle Chefsache werden, denn Wissenschaftlerinnen mit Kindern sind insbesondere gefährdet, an relevanten Entwicklungen den Anschluss zu verlieren. Sie übernehmen tendenziell häufiger die Kinderbetreuung als ihre Partner, vor allem wenn Kitas geschlossen sind.
tagesspiegel.de

Frauen mit älteren Partnern treten beruflich eher kürzer: Eine Studie unter 17 Industrieländern hat die Rolle des Altersunterschieds bei Paaren untersucht. Die Forscher vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) kamen zum Schluss, dass Beziehungen, in denen der Mann älter ist, eher traditionelle Rollenmodelle leben. Frauen sind dabei oft beruflich unerfahrener und treten aufgrund des höheren Gehalts des Mannes kürzer sobald Kinder ins Spiel kommen. Unter den 17 Industrienationen liegt Deutschland beim Altersunterschied auf Platz 4 – Männer sind in der Regel 3,2 Jahre älter. Das klassische Familienmodell führe dazu, dass Frauen mehr Hausarbeit erledigen, Männer aber nicht – stattdessen wächst ihr Bruttostundenlohn in der Regel stetig bis zum 47. Lebensjahr.
welt.de,

Frauen promovieren schneller – und seltener spiegel.de
„Einheitssoße“ in der Wissenschaft faz.net
Aktiv gegen diskriminierende Schönheitsideale: Der liebevolle Blick auf sich selbst plus.tagesspiegel.de
Wann Männer und Frauen glücklich sind: „Wir sind zufrieden, wenn wir in Stereotypen leben“ spiegel.de
Das Märchen von der bösen Frauenquote welt.de
Impact-of-Diversity-Award feiert Premiere industry-of-things.de
Women in Tech: „Es gibt so viele Barrieren für Frauen“ entwickler.de

Lisa Su ist Elektroingenieurin und seit 2014 CEO des Chipherstellers Advanced Micro Services (AMD). Sie wurde in Taiwan geboren, wuchs allerdings seit ihrem dritten Lebensjahr in den USA auf. Su studierte am renommierten Massachusetts Institut of Technology (MIT) und begann nach ihrer Promotion 1994 bei Texan Instruments zu arbeiten. Nach Stationen bei IBM und dem amerikanischen Halbleiterhersteller Freescale Semiconductor wechselte sie 2012 zu AMD, zunächst als Vizepräsidentin und General Manager. 2014 wurde sie in das CEO-Amt befördert.

Foto: AMD Global – Flickr, CC BY-SA 2.0

Das Gender-Pay-Gap liegt in Europa bei durchschnittlich
15 Prozent.

Deutschland liegt mit 20,1 Prozent deutlich höher. Dies hängt auch damit zusammen, dass fast die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in Deutschland in Teilzeit arbeitet.
de.euronews.com

Was erfolgreiche Frauen ihrem jüngeren Ich raten würden: Auf der Karriereleiter ergeben sich viele Learnings. Im Business Insider berichten fünf Frauen, was sie ihrem früheren Ich raten würden: Yvonne von de Finn, Head of Culture bei der Deutschen Telekom, erklärt, dass man nicht perfekt sein müsse, um seinen Weg zu gehen. Der Mut Neues auszuprobieren, sei der Schlüssel gewesen zu vielen guten beruflichen Entscheidungen. Kerstin Kopp, Partnerin bei der Anwaltssozietät Clifford Chance, warnt Frauen davor „fleißiges-Lieschen-Aufgaben“ zu erledigen, die nicht bemerkt werden. Stattdessen rät sie sich zu trauen sichtbar zu werden. Dora Osinde, Chief Creativ Officer und Geschäftsführerin der Agentur „Granny“, erinnert, dass es in Ordnung ist laut und deutlich zu sein – man müsse nicht immer auf die Gefühle anderer achten, insbesondere wenn sie sich falsch verhalten. Astrid Teckentrup, Geschäftsführerin Vertrieb Procter & Gamble, rät sich auf das zu fokussieren was man tut und sich nicht zu sehr zu sorgen, ob man gut genug sei. Deutschlands jüngste Sterneköchin, Julia Komp, empfiehlt sich nicht zu sehr damit zu beeilen Chefin zu werden – sondern stattdessen auch Lernerfahrungen mitzunehmen.
businessinsider.de

Welche schädlichen Narrative Medien noch immer in der Darstellung von Frauen nutzen: Die Boulevardpresse hat eine lange Tradition Frauen zu verunglimpfen. Dies ist erneut in der New York Times Dokumentation „Framing Britney Spears“ deutlich geworden, die die jahrelange Diffamierung ihrer Person durch die Regenbogenpresse zeigt. Die Journalistin Nhi Le beschreibt welcher Narrative die Boulevardpresse sich bedient, um prominente Frauen anzugreifen. Ein häufig genutztes Muster ist eine Art Madonna-Huren-Komplex. Frauen können entweder prüde und züchtig oder anrüchig und zu sexy sein. Ein weiteres Muster ist, dass Frauen öffentlich stärker gegeißelt werden, wenn sie untreu waren oder eine Beziehung mit einem verheirateten Mann eingehen. In solchen Konstellationen fällt das moralische Urteil härter gegenüber den Frauen aus. Auch die Mutterrolle ist ein Aufhänger für harte Kritik. Im Falle von Britney Spears wurde sie wiederholt als Rabenmutter dargestellt. Darüber hinaus werden „Zickenkriege“ zwischen prominenten Frauen regelmäßig herbeigeschrieben.
jetzt.de

Wie die Verlagsbranche sich verändern musste: Julia Bielenberg, verlegerische Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Oetinge, erinnert sich an ihre Anfänge beim Unternehmen. 1996 kam sie in das Unternehmen und war eine Exotin unter einer Reihe von „Schlipsträgern“. Die Branche war männlich dominiert und die Erwartungen an Frauen zu der Zeit klar: „Was wollen Sie arbeiten? Ihr Mann verdient doch genug. Sie nehmen einem anderen den Arbeitsplatz weg“ soll ihr ein Beamter entgegnet haben, als sie ihn um einen Kitaplatz beworben hat. Bielenberg unterstützt aus dieser eigenen Erfahrung die Frauenquote für Dax-Vorstände. Freiwilligkeit allein hätte zu keinen guten Ergebnissen geführt. Bielenberg selbst versucht mit flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice-Regelungen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen in ihrem Verlag zu erleichtern. boersenblatt.net

Da sind wir schon noch in zwei verschiedenen Welten, und deswegen hoffe ich, dass wir irgendwann mal davon wegkommen in diesen Geschlechterrollen zu denken, weil es einfach um Fußball geht.“
Almuth Schult, Nationaltorhüterin und Torhüterin beim WfL Wolfsburg, wünscht sich mehr Gleichberechtigung im Fußball.
deutschlandfunknova.de

Foto: Thomas Rodenbücher – Flickr: IMG_9846.jpg, CC BY 2.0

Brandenburger Regierung möchte Frauenrechte stärken: In der Corona-Pandemie soll die Gewalt gegen Frauen in Brandenburg um ein Viertel gestiegen sein, auch Hassrede im Internet soll schärfer geworden sein. Die brandenburgische Regierung möchte die Infrastruktur für Frauenhäuser verbessern. Zudem soll das Landesgleichstellungsgesetz überarbeitet werden, damit die Balance zwischen Beruf und Privatleben besser gelingt.
inforadio.de