KW 2: Warum weibliche Führungskräfte in der Krise besser bewertet werden, Mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt in kognitiven Berufen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

warum hinkt Deutschland im internationalen Vergleich bei vielen Themen rund um Gleichstellung zurück? Möglicherweise weil insbesondere in Westdeutschland noch bis in späten 1980-er die Mehrheit der Frauen nicht berufstätig war und damit eine Sozialisation mehrerer Generationen einhergeht. Frauen als Hausfrauen waren der Standard – vielleicht haben einige sich etwas dazuverdient. Kein Wunder, dass bis heute von „Rabenmüttern“ gesprochen wird. Selbst junge Menschen, die jetzt Young Professionals sind, sind oft mit einem traditionellen Frauenbild aufgewachsen. Es ist daher wenig verwunderlich, wenn innere Widerstände vorhanden sind – sowohl bei Frauen, als auch bei Männern. Fortschritt dauert eben, doch dass die Integration von Frauen in die Arbeitswelt seit den 1980-ern konstant gestiegen ist, lässt darauf hoffen, dass immer mehr Menschen von einem modernen Frauenbild geprägt werden. Dieses Frauenbild bedeutet primär Freiheit eine eigene Wahl zu treffen und Freiheit von sozialen Sanktionen unabhängig vom Lebensweg und Kinderwunsch.

Ihre Alice Greschkow

Warum weibliche Führungskräfte in der Krise besser bewertet werden:

Laut einer Studie, die in der Harvard Business Review publiziert wurde, werden Frauen in Krisenzeiten als bessere Führungskräfte als Männer bewertet. Jack Zengler und Joseph Folkman, Gründer einer Unternehmensberatung, haben einen genauen Blick darauf geworfen, was Teams über Führungskräfte denken. Frauen brillieren in Krisenzeiten insbesondere damit, dass sie andere entwickeln, integer und ehrlich agieren, Initiative ergreifen sowie einen hohen Wert auf Beziehungen legen. Zudem würden Frauen agiler führen – eine Eigenschaft, die insbesondere in Krisen dabei hilft, den Kurs anzupassen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mit weiblichen Führungskräften darüber hinaus offener über ihr Ängste und Sorgen sprechen, die in einer Krise entstehen.
businessinsider.de, hbr.org

Mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt in kognitiven Berufen: Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben eine Studie zur Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt erstellt. Dabei haben sie die Zeiträume von 1985 bis 1989 2013 bis 2017 verglichen. Die Daten basieren auf dem sozio-oekonomischen Panel für Westdeutschland. Während mehr als die Hälfte der Frauen im arbeitsfähigen Alter in den 80-ern nicht arbeitete, erhöhte sich der Anteil der beschäftigten Frauen im vergangenen Jahrzehnt um 11 Prozent. Insbesondere in kognitiven Jobs mit geringem Routineanteil sind mehr Frauen zu finden – beispielsweise als Lehrerinnen, Ärztinnen oder in der Kommunikationsbranche. Diese Jobs sind von Automatisierung und Digitalisierung weniger stark bedroht. Damit haben viele Frauen gute Zukunftsaussichten. Aber: Obwohl der Anteil von Frauen in den gut bezahlten Berufen gestiegen ist, zeigt sich in diesen Beschäftigungen ein Gender Pay Gap.
nachrichten.idw-online.de, faz.net

Vogue-Cover mit Kamala Harris sorgt für rassistische und sexistische Diskussionen: Gehört es sich für eine künftige Vizepräsidentin in Turnschuhen aufzutreten? Diese banale Frage wurde durch das Titelbild der US-Ausgabe der Modezeitschrift Vogue in den sozialen Netzwerken provoziert. Darauf zu sehen: die baldige US-Vizepräsidentin Kamala Harris in Jeans und Sneakers. Während einige Menschen in dem Bild einen Affront gegen Harris sehen und dem Magazin vorwerfen sich nicht genug Mühe gegeben zu haben, um die Politikerin in Szene zu stellen, verteidigen der schwarze Fotograf Tyler Mitchell und Vogue-Chefin Anna Wintour das Motiv. Harris solle so zugänglich und authentisch gezeigt werden, wie sie wirklich sei. Die Tatsache, dass das Schuhwerk einer Frau derartige Diskussionen und Kommentare provoziert, sehen einige als Zeichen von Sexismus. Frauen würden stärker für ihr Aussehen kritisiert und begutachtet als Männer.
zeit.de, spiegel.de

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Livestream statt Event: Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

Gleichstellungsindex 2020 zeigt geringe Fortschritte im öffentlichen Dienst: Laut Statistischem Bundesamt sind Frauen weiterhin in den Führungspositionen der Bundesbehörden unterrepräsentiert. Während ihr Anteil 2019 um zwei Prozentpunkte stieg, betrug der Zuwachs 2020 nur ein Prozent. Familienministerin Franziska Giffey möchte daher einen Gesetzesentwurf auf den Weg bringen, um mehr Frauen in die Führungspositionen des öffentlichen Dienstes zu bringen. „Nicht nur die Wirtschaft, auch der Bund ist aufgefordert, mehr für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Führungspositionen zu tun. Die Bundesbehörden müssen sogar eine Vorbildrolle einnehmen,“ erklärte die SPD-Politikerin.
she-works.de, de.nachrichten.yahoo.com

Women in Tech: „Frauen können Technik, Frauen können Sales und Frauen können führen!“ jaxenter.de
Kommentar zur Frauenquote: Es hätte ruhig mehr sein dürfen tagesschau.de
20 Jahre Frauen in der Bundeswehr: Noch lange nicht respektiert deutschlandfunkkultur.de
“Kein Unternehmen kann auf die Hälfte der Bevölkerung verzichten”: Neues Diversitätsgesetz krempelt Branche um versicherungswirtschaft-heute.de
Jutta Allmendinger: „Wir erleben eine Spreizung ungleicher Lebensentfaltungschancen“ editionf.com
Frauen in Vorständen: „Ja, es gibt diese Frauen“ deutschlandfunk.de

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ETL – Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe mit Tipps zum Jahreswechsel: Ein turbulentes Jahr voller Herausforderungen geht zu Ende. Und egal ob Unternehmer, Selbstständige, Arbeitnehmer oder Familien – im neuen Jahr erwarten Sie zahlreiche steuerrechtliche Änderungen. Ob Soli-Wegfall, Wiedereinführung der degressiven AfA, Regelungen zum Investitionsabzugsbetrag oder Steuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Corona-Hilfen und Home-Office: Mit den Ratschlägen der ETL umgehen Sie potenzielle Fallstricke und lernen Möglichkeiten kennen, zu einem zumindest in steuerlicher Hinsicht versöhnlichen Jahresausklang zu finden. youtube.com

Loujain al-Hathloul ist eine saudi-arabische Frauenrechtlerin, die sich für die Aufhebung des Fahrverbots für Frauen sowie gegen die rechtliche Vormundschaft von Männern gegenüber Frauen in ihrem Heimatland einsetzt. Sie mobilisierte insbesondere in den sozialen Medien. 2018 wurde sie in Dubai verschleppt und in Saudi-Arabien verhaftet. In einem Schnellprozess wurde sie im Dezember 2020 zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Foto: Unbekannt – Loujain Alhathloul via OTRS system, CC BY-SA 4.0

Zwischen den Promovierenden ist der Frauenanteil
um drei Prozent

zwischen 2008 und 2018 gestiegen.
tagesspiegel.de

Gerry-Weber-COO Schindler-Obenhaus – „Die Einstellung gegenüber Frauen muss sich ändern“: Angelika Schindler-Obenhaus ist COO beim Mode-Label Gerry Weber und hat jahrzehntelange Erfahrung als Managerin. Ihrer Auffassung nach gibt es wenige „typisch männliche“ bzw. „typisch weibliche“ Eigenschaften im Führungsverhalten, allerdings sei die Bewertung von Frauen eine andere. Frauen müssten sich häufiger rechtfertigen, dass sie entweder keine Kinder haben und dann als Karrierefrauen abgestempelt werden oder trotz Kinder arbeiten und als Rabenmütter bezeichnet werden. Frauen bekommen auf dem Arbeitsplatz eine andere Behandlung. Infolge ihrer Erfahrung hat Schindler-Obenhaus ihre Position zur Frauenquote geändert. Lange Zeit habe sie sich gegen eine Quote gestreut – diese würde Frauen und ihren Fähigkeiten nicht gerecht werden. Allerdings habe sie selbst gesehen, dass sich mit der Zeit nichts ändern würde, wenn lediglich auf Freiwilligkeit gesetzt würde.
fashionunited.de

Medizinerinnen brauchen starke Nerven – und einen unterstützenden Partner: Sportpsychologin und Professorin Dorothee Alfermann hat über Jahre hinweg die Karrierewege von Medizinerinnen untersucht. Dabei stellt sie fest, dass Kinder den Expertenstatus von Frauen oftmals direkt untergraben können. Sie werden nicht mehr als Fachkräfte, sondern vornehmlich als Mütter wahrgenommen, die leicht ausfallen können. Alfermann sieht zudem, dass Medizinerinnen Partner brauchen, die sie auf ihrem beruflichen Weg aktiv unterstützen und nicht nur sagen sie hätten „nichts dagegen“, dass die Frau arbeite. Die Wissenschaftlerin räumt allerdings ein, dass der Weg nach oben in der Medizin hart sei und vollsten Einsatz erfordere. Dies sei mit Kindern umso schwieriger, da Leistung noch immer mit Vollzeitarbeit gleichgesetzt werden würde.
mdr.de

Ich bin gut mit der Strategie gefahren, das zu tun, was sich gut anfühlt. Dabei habe ich nicht allzu sehr überlegt, was mir eine Entscheidung genau in fünf oder zehn Jahren bringen könnte. Ich habe allerdings darauf geachtet, meine Wahlmöglichkeiten zu erweitern und nicht einzuschränken.

Prof. Ilona Croy über Karriere in der Wissenschaft.
mdr.de

Frauen droht große Rentenlücke: Frauen, die im Alter von 30 Jahren das Durchschnittsgehalt von rund 40.000 Euro pro Jahr verdienen, droht nach Kalkulationen des Statistischen Bundesamtes ein Defizit von 168.000 Euro für die zu erwartende Rentendauer. Selbst wenn Frauen zehn Prozent ihres Gehalts ansparen würden, könnten sie diese Lücke bis zum Eintritt ins Rentenalter nicht schließen.
op-online.de