KW 51: Verkehrte Welt? Pariser Verwaltung wegen übertroffener Frauenquote zur Geldbuße verurteilt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

was war das nur für Ein Jahr! Corona-Pandemie, Rezession, Wahlen in den USA – und mittendrin Debatten darum, ob Frauen in traditionelle Rollen zurückfallen oder durch Maßnahmen wie die Vorstandsquote Fortschritte erzielen. Insbesondere in den USA waren zu einem großen Teil primär weiblich besetzte Jobs in der Dienstleistungsbranche von der Rezession betroffen.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass Frauen nicht in alte Rollen zurückfallen. Dafür gibt es zu viele starke Frauen, die an dem festhalten, was sie haben. Doch wie es in einem weiteren Pandemie-Jahr mit ungewissen Folgen weitergeht, wird sich erst zeigen.
Fakt ist: Wir werden alle viel Kraft brauchen, um mit den aktuellen Umständen weiterzugehen. Daher geht der Female-Leader-Newsletter in die Weihnachtsferien und kommt Anfang Januar wieder zurück.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie Zeit und Ruhe finden, um Kraft zu schöpfen, das Jahr zu reflektieren und Zuversicht für die Zukunft finden.
Ich möchte mich herzlich für Ihre Treue beim Lesen dieses Newsletters bedanken und hoffe, dass Sie auch im neuen Jahr Interesse an Themen rund um Female Empowerment haben werden.
Ausdrücklich möchte ich mich auch bei meinen Kolleginnen Alexandra Wiedner und Isabelle Broszat bedanken, die mich in diesem Jahr bei der Arbeit an diesem Newsletter tatkräftig unterstützt haben.

Kommen Sie gesund ins neue Jahr!

Ihre Alice Greschkow

Verkehrte Welt? Pariser Verwaltung wegen übertroffener Frauenquote zur Geldbuße verurteilt
Weil das Ministerium für öffentliche Verwaltung zu viele Frauen eingestellt hat, muss die Stadt Paris 90.000 Euro Strafe zahlen. Vor zwei Jahren hat die Stadt Paris 16 neue Leitungsposten ausgeschrieben. Elf davon gingen an Frauen und fünf an Männer. Die Frauenquote lag demnach bei 69 Prozent – zu hoch, wie das Ministerium für öffentliche Verwaltung meint. Bürgermeisterin Anne Hidalgo nannte die Entscheidung „absurd“. Insgeheim empfinde sie dennoch „Freude“ über den Bußgeldbescheid. Sie wolle den Scheck zusammen mit ihren Stellvertreterinnen und anderen Frauen auf Chefinnenposten persönlich überreichen.
spiegel.de, zeit.de

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ETL – Deutschlands führende Steuerberatungsgruppe mit Tipps zum Jahreswechsel: Ein turbulentes Jahr voller Herausforderungen geht zu Ende. Und egal ob Unternehmer, Selbstständige, Arbeitnehmer oder Familien – im neuen Jahr erwarten Sie zahlreiche steuerrechtliche Änderungen. Ob Soli-Wegfall, Wiedereinführung der degressiven AfA, Regelungen zum Investitionsabzugsbetrag oder Steuerrechtliche Fragen im Zusammenhang mit Corona-Hilfen und Home-Office: Mit den Ratschlägen der ETL umgehen Sie potenzielle Fallstricke und lernen Möglichkeiten kennen, zu einem zumindest in steuerlicher Hinsicht versöhnlichen Jahresausklang zu finden.
youtube.com

Weiblich geführte Regierungen sind in Finnland nichts Ungewöhnliches: Als die 34-Jährige Sanna Marin letztes Jahr zur jüngsten Regierungschefin der Welt wurde, sorgte dies international für Schlagzeilen. Dabei sind weiblich geführte Regierungen in Finnland nichts Ungewöhnliches. Finnland habe eine Tradition weiblicher Führungspersonen in der Politik, erklärt Johanna Kantola, Professor für Gender Studies an der Universität von Tampere. Vor der Pandemie gehörte zu Marins Regierungsprogramm der Kampf für Gleichberechtigung und die Bekämpfung des Klimawandels. Finnland hat verglichen zu Schweden von Beginn an Schulen geschlossen und alle Maßnahmen immer klar kommuniziert – mit Erfolg! Im Juli und August lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen unter 20. Marin und ihre Koalitionsparterinnen Li Andersson (32), Maria Ohisalo (34), Anna-Maja Henriksson (55) und Katri Kulmuni (32) nutzen auch gezielt soziale Medien zur direkten Kommunikation mit Bürger*nnen. Dabei zeigen sich auch privat. Damit könnten sie das öffentliche Bild mit ihrer Doppelrolle als Mutter und Politikerin selbst besser kontrollieren, erklärt Kantola.
de.euronews.com

Aktivistinnen kämpfen für legale Abtreibungen in Namibia: In Namibia ist Abtreibung bis auf wenige Ausnahmen illegal. Der starke Einfluss der Kirche sowie patriarchale Familienbilder sorgten bisher dafür, dass Versuche der Legalisierung scheiterten. Aktivistinnen haben nun eine Petition gestartet, um dies zu ändern. Die Petition hat bisher 62.000 Unterschriften gesammelt. Im Staat leben insgesamt 2,5 Millionen Menschen und politischer Aktivismus ist nicht stark ausgeprägt. Angesicht dessen ist die Anzahl der Unterschriften für namibische Verhältnisse hoch. Die Aktivistinnen wollen nicht aufgeben bis sie das Recht auf Abtreibung erstritten haben.
deine-korrespondentin.de

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livestreaming-berlin.tv – Social Distancing schränkt unsere sozialen Begegnungsräume ein. Um den Austausch untereinander zu fördern, braucht daher es digitale Alternativen. Wir unterstützen Sie dabei, Begegnungen online zu schaffen: mit virtuellen Konferenzen oder Event-Live-Streams bringen Sie den interkulturellen Austausch voran. Kommen wir in Kontakt
livestreaming-berlin.tv

Frauen sind heute noch in der Baubranche ungewöhnlich: Die Arbeit auf dem Bau gilt nicht nur als Männerdomäne, sie ist es auch nach wie vor: Gerade einmal 1,5 Prozent der Beschäftigten, die mauern, sägen, Beton mischen oder Bagger fahren, sind weiblich. Dies ist vor allem historisch bedingt. So galt für Frauen bis 1994 in den alten Bundesländern das Beschäftigungsverbot im Bauhauptgewerbe. Anders hingegen sah es in der DDR aus: Von der Kranführerin bis zur Ingenieurin, Planerin oder Architektin – Frauen waren im Bauwesen politisch gewollt. Über Sätze „Mit einer Frau verhandele ich nicht“ oder „Ich möchte gern den Chef sprechen“ kann Baunternehmerin Karina Vigelahn aus Königs Wusterhausen in Brandenburg nur noch lächeln. Die 51-jährige Unternehmerin will ihr Unternehmen an ihre Tochter übergeben. Diese wird Bauingenieurin. In den 25 Jahren habe sie nicht eine einzige Bewerbung einer Lkw-Fahrerin oder Maurerin auf dem Tisch gehabt, erklärt Vigelahn. Umso mehr würde sie sich freuen, wenn sich das irgendwann auch mal ändere.
tagesschau.de

Studie: Immer mehr Frauen verbringen ihre Freizeit in der Natur: Eine Forschungsgruppe aus dem US-Bundesstaat Vermont hat untersucht, wie sich das dortige Freizeitverhalten während der Pandemie verändert hat. Insbesondere Frauen änderten ihre Freizeitaktivitäten. Spazieren gehen, Tiere beobachten, fotografieren oder gärtnern wurden immer beliebter. Die Forscher kamen schließlich zu dem Ergebnis, dass es Frauen deutlich stärker in die Natur als früher zieht. Kein Wunder Zeit in der Natur zu verbringen verbessert die Stimmungslage, reduziert Gefühle von Stress oder Ärger, hilft dabei, sich eine Auszeit zu nehmen und entspannter zu fühlen.
deutschlandfunk.de

  • Frauen in Hessen verdienen besser als in Süddeutschland faz.net
  • Female-Fintech-Boom: Finanz-Startups entdecken Frauen als Zielgruppe businessinsider.de
  • Interview: Headhunterin Jacqueline Bauernfeind erklärt, weshalb Frauen weniger leidensfähig sind als Männer blog.wiwo.de
  • Gewalt gegen Frauen scheint der Öffentlichkeit ein eher lästiges Problem zu sein heise.de
  • In Deutschland sinkt die Geburtenrate n-tv.de
  • Frauen in Medien horizont.at

Ofelia Fernández ist eine argentinische Politikerin und Aktivistin. Mit ihren 20 Jahren ist sie die jüngste Abgeordnete in ganz Lateinamerika. Mit 19 Jahren wurde sie ins Parlament gewählt. Fernandez gilt als Vorkämpferin von Lateinamerikas Frauenbewegung. Sie setzt sich für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und ist das Gesicht der sogenannten revolución de la pibas. Sie kämpfen gegen Machokultur und Femizide  – nicht nur in Argentinien, sondern in ganz Lateinamerika. Erst letzte hat ein Gesetzesentwurf erfolgreich das Parlament durchlaufen, der Schwangerschaftsabbrüche bis zur 14 Woche legalisieren würde. Ihrem Kernziel, dem Recht auf Abtreibung, ist sie damit einen großen Schritt nähergekommen. Die 20 Jährige wurde zudem vom TIMES Magazine auf die Liste „Next Generation Leaders“ gewählt.

sueddeutsche.de, time.com

Bildquelle: instagram.com

Durchschnittlich erhalten Frauen
425 Euro

weniger Rente erhalten Frauen im Monat faz.net

Pinterest zahlt ex-Managerin einen 22,5-Millionen-Dollar-Vergleich in Diskriminierungs-Streit: Die Fotoplattform Pinterest hat sich am Montag mit der ehemaligen COO Francoise Brougher und ihren Anwälten auf einen 20 Millionen Dollar Vergleich geeinigt. Hierbei ging es um eine Klage wegen Geschlechterdiskriminierung und ungerechtfertigter Kündigung, die die Managerin im August eingereicht hatte. Brougher beklagte, dass die Meinung von weiblichen Managerinnen nur sehr wenig zähle. Ihren Aussagen zufolge wurde sie dann vom Vorstandschef Ben Silbermann entlassen. „Pinterest hat Frau Brougher entlassen, um das Wohlbefinden ihrer männlichen Kollegen zu schützen“, hieß es in der Klage. Demnach sei die gekündigt worden, weil sie Diskriminierung, Frauenfeindlichkeit und eine vergiftete Arbeitsatmosphäre thematisiert habe. Der Fall sorgte deshalb für Aufsehen, weil Pinterest insbesondere bei Frauen beliebt ist. Die Managerin hat den Umsatz des Unternehmens verdoppelt und die Zahl der Abonnenten verdreifacht. Amerikanischen Medien zufolge handelt es sich um einen Rekord-Vergleich in einem Diskriminierungs-Rechtsstreit. Pinterest und Brougher vereinbarten auch, dass weitere 2,5 Millionen Dollar in Programme zur Unterstützung von Frauen und unterrepräsentierten Gemeinschaften in der Tech-Branche fließen werden
businessinsider.com, tagesschau.de, faz.net

Frauen im Business: Auswirkungen der Pandemie auf Frauenkarrieren:
Die Pandemie wirkt sich unverhältnismäßig stark auf die Karrieren von Frauen aus: Frauen sind fast dreimal häufiger als Männer aufgrund von Covid-19-bedingten Kinderbetreuungsbedürfnissen arbeitslos. Über alle Branchen hinweg verlieren sie ihre Arbeitsplätze in unverhältnismäßig hohem Maße. Obwohl Frauen 39 % der weltweiten Beschäftigung ausmachen, sind für 54 % der gesamten Arbeitsplatzverluste verantwortlich. Für Frauen, die berufstätig sind, sich um die Kinderbetreuung kümmern und zu Hause unterrichten, gibt dennoch einige Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen auf die Karriere während der Pandemie zu mindern: Eltern bringen mit ihrer Fähigkeit, unter Druck Leistung zu erbringen, einzigartigen Wert für Organisationen. Außerdem hat sich das Netzwerken zunehmend zu einer Online-Aktivität entwickelt. Nutzen Sie diese weiter. Es könnte einen bedeutenden Unterschied in der beruflichen Stabilität machen, solange die Pandemie andauert und sich die Branchen weiterentwickeln.
forbes.com

Wir haben gemeinsam viele Anstrengungen unternommen, sind damit aber leider nicht zum Ziel gekommen. Daher begrüße ich die Quote. Frauen bilden mehr als die Hälfte der Gesellschaft ab und erzielen häufig sehr gute Schul- und Universitätsabschlüsse. Daher sollten sie entsprechende Funktionen in Schlüsselrollen haben.“
Helene von Roeder, Finanzvorständin der Bochumer Wohnungs-AG Vonovia, unterstützt die Frauenquote für Vorstandsposten.
iz-jobs.de

Foto: © Vonovia / Catrin Moritz, CC BY-SA 3.0 de

Trotz #MeToo-Bewegung sieht’s in Hollywood noch immer schlecht für Frauen aus: 67 Prozent der Frauen in der US-Unterhaltungsbranche sind nach wie vor sexueller Belästigung ausgesetzt. Dies ist das Ergebnis der Hollywood-Kommission. An der Umfrage haben rund 10.000 Mitarbeiter der Bereiche Fernsehen und Film, Werbung, Live-Theater, Musik, Rundfunknachrichten, Talentagenturen, Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmen teilgenommen. Dabei hielten es nur 35 Prozent für wahrscheinlich, dass ein Täter für seine Handlung zur Rechenschaft gezogen wird.
derstandard.at