KW 6: Deutschland ist das Schlusslicht beim Anteil von Frauen in Wissenschaft und Ingenieurwesen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ist es überraschend, dass ausgerechnet in Deutschland der Anteil von Frauen in Wissenschaft und Ingenieurskunst auffällig niedrig ist? Niedriger als in Frankreich, Spanien oder Skandinavien? Meinem Gefühl nach – nein. Diese Information fügt sich in das Gesamtbild eines Landes, das wie kein anderes von „Rabenmüttern“ spricht und eine außergewöhnlich hohe Teilzeit-Quote bei weiblichen Beschäftigten hat.

Die Frage, die sich mir stellt: Wie will Deutschland innovativ, divers und wettbewerbsfähig werden, wenn nicht einmal altbackene Bilder von Männern und Frauen so stark verbreitet sind, dass zumindest ein Teil der Bevölkerung das eigene Potenzial nicht ausschöpft?

Ihre Alice Greschkow

Deutschland ist das Schlusslicht beim Anteil von Frauen in Wissenschaft und Ingenieurwesen:

Laut Kalkulationen von Eurostat gibt es in der EU 9,1 Millionen Männer in den Disziplinen Wissenschaft und Ingenieurwesen und 6,3 Millionen Frauen. Das Geschlechterverhältnis insgesamt liegt bei 59 zu 41 Prozent. Außer man ist in Deutschland. Während in Dänemark, Norwegen, und großen Regionen in Bulgarien, Spanien, Schweden, Polen, Lettland und Litauen knapp mehr als die Hälfte der Personen in diesen Bereichen Frauen sind, bildet Deutschland das Schlusslicht. In kaum einer anderen Region ist der Frauenanteil so niedrig wie in Baden-Württemberg. Muster entlang der Wohlstandsachse oder der ideologischen Prägung des kalten Krieges ist nicht deutlich zu erkennen. Lediglich in Deutschland ist die Kontur Westdeutschlands im Kontrast zur früheren DDR noch zu erkennen.
ec.europa.eu

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Gastronomie nach Corona: Ob Restaurant oder Hotel, das Gastgewerbe leidet stark unter der Coronakrise. Umso wichtiger ist es, sich heute schon Gedanken über den Neustart nach dem Lockdown zu machen: Wie müssen sich Betriebe neu aufstellen? Wann gilt es, das eigene Portfolio zu überarbeiten – und wie? Wir treffen Erich Nagl, den Leiter der ETL ADHOGA, der Expertin in Sachen Steuern, Recht und Unternehmensführung für Hoteliers und Gastronomie zum Gespräch. youtube.com

Google stimmt Vergleich zu bei Diskriminierungsvorwurf: Eine Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhoben schwere Vorwürfe gegen Google. Der kalifornische Tach-Konzern soll Frauen und asiatisch-stämmige Entwickler benachteiligt haben. Weiße, männliche Fachkräfte sollen häufiger befördert worden sein als die anderen Gruppen. Bei einer Überprüfung fiel die Diskrepanz auf. Google stimmte einem Vergleich zu. Die Arbeitsaufsichtsbehörde in San Francisco erklärte, der Konzern wolle eine schnelle Einigung erreichen.
spiegel.de

Jennifer Lachman ist neue Geschäftsführerin beim Manager Magazin: Jennifer Lachmann steigt beim Manager-Magazin-Verlag auf: Seit April 2020 war sie als Leiterin Digitale Transformation für den Verlag zuständig, nun wird die Journalistin Geschäftsführerin. Zuvor war sie als Chefredakteurin bei Xing tätig und baute das deutschsprachige Business-Netzwerk aus.
meedia.de

Politikberaterinnen gründen Frauennetzwerk: Die Politikberatung wird oft als Männerdomäne wahrgenommen – dabei machen Frauen die Hälfte der Beschäftigten in der Branche aus. Allerdings gibt es ein Repräsentanz- und Sichtbarkeitsproblem. Frauen sind schwächer organisiert und kommen seltener öffentlich zu Wort. Die Politikberaterinnen Geraldine ­Schroeder, ­Karoline ­Tippelt-Wohl, Inga Karten, ­Sabine Schmidt und Maija Salvén haben daher innerhalb des Berufsnetzwerks für Politikberatung Degepol nun Degepol W gegründet – ein Netzwerk explizit für Frauen. Mit Netzwerkformaten wollen die fünf Beraterinnen Frauen aus ihrer Branche stärker einbinden und ihnen im Austausch auf Augenhöhe begegnen.
politik-kommunikation.de

Warum Frauen im Rap so laut und obszön sein dürfen, wie sie wollen br.de
Women in Tech: „Frauen fügen eine neue Perspektive hinzu und geben oft vergessenen Themen eine Stimme.“ jaxenter.de
Headhuntern: „Um eine passende Frau zu finden, muss man zwanzigmal so viele Steine umdrehen“ welt.de
Bürgermeisterin Verena Dietl: Löwin mit langem Atem sueddeutsche.de
Digital-Expertin Frederike Probert: „Für Netzwerken ist es nie zu spät“ handelsblatt.com
Isabel Allende on her lifelong feminism and the women who made her career possible macleans.ca

Arianna Stassinopoulos Huffington ist eine griechisch-amerikanische Publizistin. Sie ist Co-Gründerin der Huffington Post gemeinsam mit ihrem früheren Ehemann Michael Huffington. Arianna Huffington gründete 2016 das Unternehmen Thrive Global. Darin widmet sie sich Lösungen gegen Stress und Burnout. Sie selbst war kurz vor der Gründung vor Erschöpfung an ihrem Bürotisch zusammengebrochen und mit dem Gesicht auf die Tischplatte geprallt. Dies resultierte in einem Kieferbruch. Huffington sieht dieses Ereignis als prägend – es habe sie gelehrt umzudenken und Pausen einzulegen.

Foto: David Shankbone – Own work, CC BY 3.0

Von den Frauen in der Tech-Branche befürchten
49,6 Prozent

negative Auswirkungen auf ihre Karriere infolge der Pandemie. Fast die Hälfte hat ihre Arbeitszeit eingeschränkt, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.
merkur.de

Diese drei Punkte helfen Frauen aus der finanziellen Abhängigkeit: Um die finanzielle Kraft von Frauen steht es schlechter als bei den Männern: Sie sind häufiger von Altersarmut betroffen, legen seltener an, scheiden wegen Sorgearbeit häufiger aus dem Erwerbsleben aus. Es gibt drei Aspekte, bei denen Frauen selbst ansetzen können. Der erste Aspekt bezieht sich auf Verhandlungen in Jobs: Frauen sind im Durchschnitt risikoscheuer und geben sich häufiger mit niedrigeren Gehältern zufrieden. Sie werden zudem sanktioniert, wenn sie „zu fordernd“ auftreten. Frauen müssen sich Verhandlungstaktiken aneignen, bei denen sie mehr Gehalt einfordern können. Ein weiterer Punkt ist ein privater Notgroschen – unabhängig von einem gemeinsamen Ehekonto müssen Frauen für den Notfall Ersparnisse haben für den Fall einer Scheidung oder falls der Partner stirbt und die Formalien zunächst geklärt werden müssen. Als dritten Tipp empfehlen Experten die finanzielle Bildung: Frauen legen selten an, sie sind bei Investitionen scheu. Schrittweise finanzielle Bildung anzueignen kann sich langfristig lohnen.
nzz.ch

Adidas-Manager Rorsted sieht in Corona einen Rückschritt für Frauen: Kaspar Rorsted ist Manager des Sportartikelkonzerns Adidas und setzt sich seit Jahren für Diversität und Frauenförderung ein. Für ihn ist die gesetzlich beschlossene Frauenquote für Dax-Vorstände keine nachhaltige Lösung. Wenn man diverse Teams wolle, dann würde man sie auch schaffen können – „nicht über Nacht, aber es klappt,“ erklärt der Manager im Interview. Frauen würden seiner Erfahrung nach kritischer mit sich selbst umgehen, was sie in ihrer Karriere behindere. Der Däne kritisiert zudem die Betreuungssituation in Deutschland. Im Homeoffice würden Frauen einen größeren Anteil der Kinderbetreuung übernehmen.
bild.de

Warum Frauen in der digitalen Welt benötigt werden: Sabine Köszegi, Lehrgangsleiterin des MBA Innovation, Digitalization und Entrepreneurship an der TU Wien, sieht dringenden Nachholbedarf in puncto Diversity. Programmierer seien häufig männlich und würden gewisse Stereotype in die digitale Welt übertragen. Die Apple-Voice-Assistentin Siri antwortet beispielsweise auf „Du bist eine Schlampe“ mit „Ich würde erröten, wenn ich könnte“. Auch Roboter werden mit Frauengesichtern entwickelt, Stimmassistentinnen wirken oft unterwürfig. Für Köszegi ist klar, dass mit diversen Teams solche Muster, die Sexismus reproduzieren, verhindert werden könnten.
derstandard.de

In dieser rasanten Business-Welt müssen weibliche Führungskräfte sichergehen, dass sie nicht aufdringlich oder aggressiv wahrgenommen werden.“
Komikerin Sarah Cooper in ihrem Buch „How to Be Successful Without Hurting Men’s Feelings“. Die jamaikanisch-stämmige Komikerin hat vor ihrer Bühnenkarriere selbst fünf Jahre in einem Tech-Unternehmen gearbeitet.
nachrichten.at

Foto: Katherine Clark – Cape Fear Comedy Festival, 2013, Copyrighted free use

Die häufigsten Führungskräftenamen sind männlich: Andreas, Michael, Christian – so heißen Geschäftsführer am häufigsten in Deutschland. Die drei Namen machen knapp 6,5 Prozent aller Führungskräfte aus. Der erste weibliche Vorname findet sich in der Liste auf Platz 9 – Katja 1,08 Prozent. Unter den 25 häufigsten Namen sind noch Antje und Nicole vertreten. Namen, die auf einen Migrationshintergrund hinweisen, fehlen vollkommen.
t-online.de